Nach dem Ende der Finanzkrise 2010 haben viele Dienstleister ihren Vertrieb heruntergefahren und stattdessen eine Rolle als Personalverteiler eingenommen. Das funktionierte sogar noch nach 2017, als die Personaldienstleistungsbranche bereits durch politische Regulierungen schrumpfte. Der Grund war simpel: Trotz sinkender Nachfrage nahm das Angebot an Bewerbern noch schneller ab. Also war weiterhin kein aktiver Vertrieb nötig – stattdessen hieß es: „Wir brauchen keinen Vertrieb, wir brauchen Bewerber.“
Ich habe viele Gespräche geführt und immer wieder darauf hingewiesen, dass diese Haltung fatale Folgen haben wird – und genau das ist nun eingetreten. Die Zahl der Beschäftigten in der Personaldienstleistung liegt bei 550.000, was einem Rückgang von rund 40 Prozent entspricht. Die Tendenz zeigt weiter nach unten.
Nichts ist so schlimm, dass es nicht auch etwas Gutes hat! Schlechte Zeiten sind immer gute Zeiten für Verkäufer und Macher. Ein Blick in die Vergangenheit bestätigt das. Krisen und Rezessionen mischen die Karten neu und die Chancen des Einzelnen steigen überproportional. Dabei gibt es aus meiner Sicht 3 Hauptfaktoren.
1. Das Personal
Es ist nie leichter als in Krisen an gutes Personal zu kommen!
Viele Unternehmen setzen während Krisen Personal frei. Allerdings nicht immer faktenbasiert, sondern emotionsgetrieben oder gar panisch. Das ist deine Chance: Es gibt gutes Personal auf dem Markt das man einstellen kann!
Parallel dazu muss man sich von seinen Low Performern trennen. Es gibt in jedem Unternehmen Mitarbeiter, die schon länger auf der Kippe stehen, sich aber irgendwie immer wieder retten konnten. Wenn eine Niederlassung aber nur noch 40 Prozent der externen Mitarbeiter halten kann, gibt es kein ‚irgendwie‘ mehr. Jetzt müssen auch die unangenehmen Entscheidungen getroffen werden und gleichzeitig in besseres Personal investiert werden.
Als Geschäftsführer eines Top 15 Unternehmens in der PDL habe ich das 2009 in der...