Employability – von Anfang bis zum Ende gedacht

HR-Allgemein 08.03.2022

„Im Endeffekt profitieren beide Seiten davon, Unternehmen und Mitarbeiter“

In unserer heutigen Podcast-Folge der HRM-Hacks haben wir wieder Jürgen Grenz zu Gast. Manch aufmerksamer Zuhörer kennt ihn bereits aus den vorherigen beiden Folgen zu den Themen Stellenanzeigen und Kardinalfehler beim Personalabbau. Heute spricht Jürgen Grenz mit dem Gründer des HRM Instituts, Alexander Petsch, über Employability von Anfang bis zum Ende gedacht. Das beginnt für Jürgen Grenz bereits vor der Vertragsunterzeichnung eines neuen Mitarbeiters und endet nicht etwa mit dem Kündigungsschreiben, sondern mit der Frage: Wie können wir diesem scheidenden Mitarbeiter zu einer neuen Stelle verhelfen?
Jürgen Grenz ist ein absoluter Experte auf dem Gebieten Jobvermittlung und Stellenmärkte. Seit 2001 ist er Geschäftsführer der index Internet und Mediaforschung GmbH, mit der er seit Jahren täglich die Print- und Online-Stellenmärkte im gesamten deutschsprachigen Raum und zehn europäischen Ländern auswertet.

Für all jene, die mit dem englischen Begriff Employability nichts Konkretes anfangen können, liefert Jürgen Grenz seine eigene Definition. Beim Thema Mitarbeiter müsse man den “gesamten Prozess vor Augen haben. Der beginnt, bevor ein Bewerber im Unternehmen überhaupt anfängt, zieht sich über die Zeitdauer seiner Tätigkeit und umfasst auch die Phase, in der er das Unternehmen wieder verlässt.” In anderen Worten, hinter Employability steht die formelle und emotionale Verbindung von Unternehmen und Angestellten. Das Ziel sei, Mitarbeiter dadurch zufriedenzustellen, dass sie entsprechend ihrer Fähigkeiten und Neigungen eingesetzt werden, sagt Jürgen Grenz. “Aber im Endeffekt profitiert natürlich auch das Unternehmen davon, weil es motivierte und leistungsfähige Mitarbeiter hat.”

Hinter Employability steht nach Meinung von Jürgen Grenz ein “ganz besonderes Menschenbild”. Unternehmen machten oft den Fehler, “eher auf die Schattenseiten und Schwächen von Angestellten zu schauen, als auf die Stärken”. Auf ein Rhetorik-Seminar schickten sie vorzugsweise weniger begabte Redner. “Damit diese ein bisschen besser werden.” Dagegen müssten begnadete Talente zuhause bleiben, kritisiert Jürgen Grenz. Das Unternehmen würde hingegen weitaus mehr davon profitieren, “den rhetorisch Begabten weiterzuentwickeln”. Überhaupt will der Routinier beobachtet haben, dass Menschen sich mit ihren Talenten und Neigungen nur unzureichend auseinandersetzten. “Viele Heranwachsende wollen einen White-Collar-Beruf ergreifen, obwohl sie eine hohe handwerkliche Begabung haben und in diesem Bereich besser aufgehoben wären.”

Win-win-Situation: Gekündigten Mitarbeitern zu einem neuen Job verhelfen

Am Ende einer falschen Selbsteinschätzung stünden oft ein unbefriedigendes Arbeitsverhältnis und letztlich die bittere Erfahrung einer Kündigung. “Für viele Menschen stellt diese Situation ein Schock dar”, sagt Jürgen Grenz, “aber wir wollen sie entsprechend ihrer Fähigkeiten einsetzen”. Und unter manchen Bedingungen sei es aus wirtschaftlicher Sicht oder weil bestimmte Kenntnisse im Unternehmen derzeit nicht gefragt sind, sei es besser, sich zu trennen. In dieser Extremsituation rät Jürgen Grenz Unternehmen, scheidende Mitarbeitern gezielt zu unterstützen. Mit Hilfe von Big Data und Künstlicher Intelligenz könnten potentielle neue Arbeitgeber ausgemacht werden. “In unserem Unternehmen führt das zu einer Erfolgsquote von über 90 Prozent”, sagt Jürgen Grenz. So werde aus einer Kündigung ein Transfer des Mitarbeiters in ein anderes Unternehmen. Und dank eines vorausgegangenen Coachings stünden die Chancen gut, dass der scheidende Mitarbeiter in dem neuen Unternehmen “seine wahren Fähigkeiten und Neigungen besser zum Ausdruck bringen kann”.

Für Jürgen Grenz ist das eine Win-win-Situation. “Das Unternehmen, das die Kündigung ausgesprochen hat, spart nicht nur echtes Geld.” Es reduziere darüber hinaus auch die Gefahr einer schlechten Bewertung durch den gekündigten Mitarbeiter in einschlägigen Internetportalen wie kununu. Hinzu komme, dass die aktive Vermittlung des gekündigten Mitarbeiters in einen neuen Job unter der verbleidenden Belegschaft deutlich die Stimmung hebe. “Das führt in der Innenwirkung zu einer ganz anderen Dynamik,” sagt Jürgen Grenz. Und der zweite Gewinner sei der gekündigte Mitarbeiter. Denn der sei möglicherweise nicht entsprechend seiner Neigungen und Fähigkeiten eingesetzt worden und habe mit dem neuen Unternehmen die Möglichkeit, Fehler aus der Vergangenheit zu vermeiden.

Zur Person:
Der studierte Betriebswirt Jürgen Grenz war 1994 Mitbegründer der Berliner PR- und Werbeagentur Index, aus der heraus wenig später das Schwesterunternehmen und Jobportal Job-Today entstand. 2000 verkaufte Index das Portal an Stepstone ASA. Jürgen Grenz ist heute Geschäftsführer der index Internet und Mediaforschung GmbH, das unter anderem Studien und Analysen zur Entwicklung des Stellenmarktes und Arbeitgeberberatungen durchführt. Index betreibt gemeinsam mit Partnern aus den jeweiligen Branchen spezialisierte Karrierportale.

Viele weitere Hacks als Checkliste oder das gesamte Interview als Podcast oder Text findet Ihr unter https://www.hrm.de/podcast/employability-von-anfang-bis-zum-ende-gedacht-mit-juergen-grenz-episode-32/

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Kontakt zum unserem heutigen Podcast-Gast Jürgen Grenz: https://www.hrm.de/mitglieder/juergen-grenz/

Tape Art Cover Bild by Max Zorn : blankhttp://www.maxzorn.com /

Music by „Monsters of Rec: die HR & Recruiter Branchenband“ https://www.hrm.de/unternehmen/monsters-of-rec/

Podcast Produktion: York Lemb – Employee Podcast https://www.hrm.de/unternehmen/employee-podcast/

Und wenn Ihr mal wieder auf der Suche nach passendem Wein/Sekt für Euren nächsten HR-Event seid, dann wäre doch der: HR² Wein passend https://wein.hrm.de/

Viel Spaß mit dieser Podcast-Folge.

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